Arbeitsplatz inklusiv: Positives Zwischenfazit - 26.09.2017

50 erfolgreiche Vermittlungen waren als Ziel für das Inklusionsprojekt "Arbeitsplatz inklusiv" im Projektzeitraum vom 1. Juli 2015 bis zum 30. Juni 2018 festgelegt. Nach bereits zwei Jahren haben die Jobcoachs die Quote übertroffen. Ihr eigentliches Ziel verfolgen sie unbeirrt weiter: möglichst viele Menschen mit Schwerbehinderung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu vermitteln.

Nach zwei Jahren "Arbeitsplatz inklusiv" haben bereits 73 Menschen mit Schwerbehinderung oder Gleichgestellte auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß gefasst. 50 Vermittlungen waren bis 2018 anvisiert. Seit Juli 2015 bieten die ASW+W gGmbH der Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch und die AföG Ortenau gGmbH als Dienstleister das Inklusionsprojekt an. Träger sind die Agentur für Arbeit Offenburg und die Kommunale Arbeitsförderung Ortenaukreis Jobcenter. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fördert das Projekt.

Auf dem Erfolg ausruhen oder sich jetzt entspannt zurücklehnen, kommt für die Jobcoachs nicht in den Sinn. "Unser Ziel ist nicht, eine besondere Quote zu erreichen, sondern jedem eine ganz individuelle, berufliche Perspektive zu erarbeiten", stellt Karin Heiss-Ignasiak vom Projekt "Arbeitsplatz inklusiv" klar.

 Teilnahmevoraussetzung ist, dass die Kunden, die von der Arbeitsagentur oder der Kommunalen Arbeitsförderung zum Projekt geschickt werden, seit mindestens sechs Monaten arbeitslos sind. Die Jobcoachs können allerdings nur begleiten und vermitteln, die notwendige Eigenmotivation und Initiative muss jeder Teilnehmer selbst mitbringen oder entwickeln.

Auch wenn sich der Erfolg sehen lassen kann, gelingt nicht allen Teilnehmern der Schritt auf den Arbeitsmarkt. "Von diesen Kunden ist nicht jeder arbeitslos geblieben", schränkt Heiss-Ignasiak ein. "Einige wurden als erwerbs- beziehungsweise arbeitsunfähig eingestuft, sind in einen anderen Zuständigkeitsbereich gezogen, beziehen mittlerweile ihre Altersrente oder wurden in eine andere Maßnahme vermittelt."  

Eine von sieben Projektgruppen

Nur sieben Projektstandorte gibt es im Land zwischen Freiburg, Bodensee-Oberschwaben und Main-Tauber-Kreis, die ein Inklusionsprojekt anbieten, das vom Sozialministerium gefördert wird. Im landesweiten Vergleich ist das Ortenauer Konzept breiter gefächert als die anderen, zum Beispiel in Bezug auf die Behinderung oder das Alter der Zielgruppe. Das zeigte ein Austauschtreffen der Projektstandorte Ende Juli in der Agentur für Arbeit Offenburg.

Großes Thema der Veranstaltung war die Nachhaltigkeit und die bisherigen positiven Veränderungen, die durch diese Inklusionsprojekte bei den Teilnehmern, den Projektträgern aber auch in der Gesellschaft vor Ort in Gang gesetzt wurden. Einiges habe sich bereits verändert, vielleicht auch begünstigt durch den Fachkräftemangel.

"Das Thema ist in den Köpfen angekommen. Der Schwerbehindertenausweis ist kein Ausschlusskriterium mehr", so die Einschätzung von Heiss-Ignasiak. "Die Arbeitgeber sind zugänglicher geworden. Die meisten interessiert nur, dass die Aufgabe gut und zuverlässig erledigt wird. Ist die räumliche Barrierefreiheit gegeben, ist es nicht ausschlaggebend, ob jemand im Rollstuhl sitzt oder nicht."